Kooperationsnetze.info

Sie sind hier:


Eine Initiative der SPD-Fraktion im Landtag Brandenburg

SPD Fraktion im Landtag Brandenburg

Willkommen zur Netzwerke-Datenbank Berlin-Brandenburg

Hier finden Sie die wirtschaftsnahen Netzwerke der Hauptstadtregion sowie Termine und Neuigkeiten rund ums Netzwerken

Mitgliederbereich

Mitgliederbereich

» Passwort vergessen?

Schon dabei?



Meldungen

Aktuelle Meldungen


»Netzwerke im Interview: Wirtschaftskreis Gesundbrunnen

Wirtschaftskreis Gesundbrunnen

19.02.2010


BrigitteLuedecke

Auf unserer Homepage stellen wir in unregelmäßigen Abständen Netzwerkmanager und Experten zum Thema Netzwerkmanagement und Netzwerkförderung aus unserer Region vor. Die Interviews sollen Erfahrungen transferieren und dazu beitragen, organisationsübergreifend mögliche Berührungspunkte für Kooperationen zu identifizieren.

Heute berichtet Brigitte Lüdecke unter anderem über ihre Positionen zum Thema. Frau Lüdecke ist freiberuflich als Trainerin, Moderatorin und Projektmanagerin tätig.

Kontaktdaten:
Brigitte Lüdecke
Uferstr. 13, 13357 Berlin
Tel 030 493 90 46
Fax 030 49 77 19 81
mail@brigitte-luedecke.de
www.brigitte-luedecke.de


SEHR GEEHRTE Frau Lüdecke KÖNNEN SIE UNS ZUNÄCHST SICH UND DAS NETZWERK Wirtschaftskreis Gesundbrunnen KURZ VORSTELLEN?

Der Wirtschaftskreis Gesundbrunnen ist aktuell ein Verein in der Gründungsphase. Ich bin seit Jahren auf die eine oder andere Art mit der Vernetzung von Selständigen und Existenzgründern beschäftigt. Bis vor wenigen Monaten war ich „Projektträgerin für Gewerbeförderung“ in einem bestimmten Stadtgebiet in Berlin-Wedding. Mit dem Ende dieser Projektförderung stehe ich vor der Frage, wie ich einen sozialen und regionalen Bezugsrahmen schaffen kann, in dem ich vorhandene Kontakte weiter pflege und entwickele. Ein kleiner aber feiner Wirtschafts-/ Unternehmerverband hat mehr Ansehen und Kraft als die Freiberuflerin Brigitte Lüdecke.

WIE IST DAS NETZWERK ENTSTANDEN, AUS WELCHEM ANLASS?

Ich bin Ende 2005 angesprochen worden, mich an einem Interessensbekundungsverfahren zu beteiligen. In dem Quartiersmanagementgebiet Soldiner Straße standen 20.000 Euro zur Verfügung um in zwei Jahren Selbständige zu vernetzen und Angebote zur professionelleren Internetnutzung zu machen. Ich bekam den Zuschlag. Das erste Projektjahr war so erfolgreich, dass ich für 2007 für dieselbe Zielgruppe (Selbständige und Existenzgründer im QM Soldiner Straße) ein zusätzliches Projekt mit Schwerpunkt auf Coaching und Marketing akquirieren konnte. Ich habe insgesamt vier Jahre lang (bis Dezember 2009) Projekte für die Arbeit mit Selbständigen und Existenzgründern in diesem Stadtgebiet bekommen.

WAS HAT diese Projektarbeit GEBRACHT? WELCHE DAUERHAFTEN ERGEBNISSE GIBT ES? FÜR DIE BETEILIGTEN UND FÜR SIE SELBST?

Es gibt heute eine ganze Reihe Selbständiger in diesem Stadtgebiet, die fleißig gute Geschäfte miteinander abwickeln. Alles Leute, die sich durch meine Arbeit überhaupt erst kennen gelernt haben. Neben der unmittelbaren Auftragsabwicklung, empfiehlt man sich gegenseitig weiter und tauscht sich fachlich aus. Viele Selbständige waren dankbar, dass Sie jetzt auch Kunden/ Dienstleister in unmittelbarer Nachbarschaft haben. Ich denke, ich habe eine bestimmte Form von Unternehmenskultur etabliert, wie man miteinander umgeht, die allen viel Spaß macht. Jedes Unternehmernetzwerk ist ja irgendwie anders und sie haben alle ihre Berechtigung. Es gab in den letzten 3 Jahren gemeinsame Marketingevents, die nach innen und außen große Wirkung hatten. Zuletzt habe ich auch Bezirks- und Bundespolitiker ganz souverän zu diesen Veranstaltungen eingeladen und die Anwesenheit des Bezirksbürgermeisters und unserer Bundestagsabgeordneten hatte dann auch wieder in beiden Richtungen guten Erfolg. Meine Einzelunternehmer waren dankbar, dass auch sie mal von Politikern wahrgenommen werden und die Politiker kannten solche Unternehmer und Unternehmenskultur wohl bisher eher nicht.
Ich persönlich habe für meine zukünftigen Netzwerkaktivitäten Leute, die auch in Zukunft mitmachen, weil sie meine Aktivitäten kennen- und schätzen gelernt haben. Ich habe eine kleine EU-Förderung akquiriert um für Anfang März 2010 fünfzehn Selbständige und Existenzgründer aus dem EU-Ausland zum Erfahrungsaustausch nach Berlin einzuladen. Es geht um Erfahrungsaustausch mit meinen lokalen Akteuren. Dieses Projekt ist meine Sache. Niemand aus der Zielgruppe hat so richtig verstanden, was ich da auf den Weg bringe. Inzwischen sind einige dabei, eine Präsentation ihres Produktes auf Englisch vorzubereiten … und am Ende wird das wieder eine bleibende Erinnerung, zu welchen Aktivitäten ich sie da wieder verführt habe ;-)
Ich kann mir ja vielerlei Projekte ausdenken. Für die Umsetzung brauche ich ein paar Leute, die mit Spaß mitmachen und auf die ich mich verlassen kann. Diese Art Kooperationsbeziehungen habe ich mir mittlerweile wohl erarbeitet.

WELCHE HINDERNISSE MUSSTEN SIE AUS DEM WEG RÄUMEN, UM DIE VON IHNEN GENANNTEN ERGEBNISSE ZU REALISIEREN?

Projekte im Bereich Quartiersmanagement haben eine Menge Besonderheiten und Merkwürdigkeiten. Wenn man einmal die Projektzusage hat (bis dahin ist es ein langer Weg), dann fallen mir im Moment keine Hindernisse ein. Ich könnte manches Detail anführen, warum die Arbeitsbedingungen als Projektträgerin problematisch waren, aber inhaltlich hat niemand Vorgaben gemacht.
Man muss aber einen Weg finden um Kontakt zur Zielgruppe aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen.

WELCHES SIND DIE ERFOLGSFAKTOREN IHRER ARBEIT? WAS IST IHRER MEINUNG NACH DER WICHTIGSTE ERFOLGARANT FÜR NETZWERKE?

Ich habe Ausdauer und ich habe persönlich Spaß an Aufbau und Pflege eines Netzwerkes. Wenn es zu Beginn und in den Pausen meiner Veranstaltungen richtig rauscht, weil alle Anwesenden untereinander so viele Dinge miteinander zu besprechen haben, dann bin ich richtig zufrieden. Ich glaube dazu gehört auch, sich selber zurücknehmen zu können, ich muss nicht das Zentrum solcher Kommunikation sein. Es geht nicht um mich selber (und meine Auftragslage), es geht um das Netzwerk. Ich habe die Teilnehmer meines Netzwerkes auf unterschiedlichen Wegen gefunden und gewonnen, kaum jemand ist von alleine gekommen. Ein gutes Netzwerk ist vielseitig und kann auch schräge Typen (welcher Art auch immer) integrieren.

WORIN SEHEN SIE DEN BEITRAG DES NETZWERKMANAGEMENTS ZUR ENTWICKLUNG DES NETZWERKS?
Ein Netzwerk ist kein Selbstläufer, auch wenn es von außen so aussieht. Wenn es wie anstrengende Arbeit aussieht, hat man eigentlich schon verloren. So hatten meine monatlichen Rundschreiben m. E. vor allem Marketingfunktion nach außen (was Brigitte Lüdecke sonst noch so macht) und Erinnerungsfunktion. Kaum jemand ist wegen schriftlicher Einladungen zu Veranstaltungen Mitglied meines informellen Netzwerkes geworden.

WAS WÜRDEN SIE DEN NETZWERKFÖRDERERN RATEN? WIE MUSS FÖRDERUNG AUSSEHEN; DAMIT ERFOLGREICHE UND NACHHALTIGE NETZWERKE ENTSTEHEN?

Ich war in den letzten Jahren zuweilen schockiert, als ich den einen oder anderen Projektträger für „Vernetzung“ persönlich kennen gelernt habe. Manche Leute können es nämlich nicht. Ein Netzwerk ist etwas Lebendiges, da kommen Leute zu Gesprächen zusammen, die beide Seiten richtig interessieren, es entsteht eine gewisse Dynamik in den Gesprächen und der Kooperation und es entsteht ein Mehrwert. Wer das selber nicht praktiziert und nicht kennt, wird es auch als Projektträger für Dritte nicht initiieren können. Vielleicht haben wir auch „Netzwerkförderer“, die die Natur solcher Kooperationen selbst nicht so recht kennen und mit Seilschaften verwechseln.

AN WELCHEN AKTUELLEN PROJEKTEN UND THEMEN ARBEITEN SIE GERADE? WAS WERDEN WIR IN DEN NÄCHSTEN MONATEN NEUES VON IHNEN ZU HÖREN UND ZU SEHEN BEKOMMEN?

Das oben erwähnt Projekt zur Vernetzung von Selbständigen, Existenzgründern und anderen Wirtschaftsakteuren begeistert mich wirklich sehr. So etwas fängt mit einer Projektidee an. Die hohen Anforderungen an einen erfolgreichen Projektantrag haben mich gezwungen, viele Details sehr genau zu überlegen. Projektzusage. Texten und grafische Umsetzung eines Projektflyers. Teilnehmersuche. Ausarbeitung eines Anmeldeformulars. Und dann habe ich diese begeisterten Anmeldungen gelesen und seitdem weiß ich, dass ich auf diesem Weg irgendetwas richtig gemacht habe: „Meine“ Teilnehmer kommen mit der richtigen Einstellung nach Berlin! Ich bin jetzt wieder am Zug, diese Begeisterung diese (hohe) Erwartungshaltung an ein internationales Netzwerktreffen in Berlin zu erfüllen.

WIE SIEHT IHRE GANZ PERSÖNLICHE ZUKUNFTSVISION FÜR DAS NETZWERK AUS: WO SEHEN SIE den Wirtschaftskreis Gesundbrunnen IN FÜNF JAHREN?

Ein kleiner aber feiner Wirtschaftsverband, der für Politiker, Mitglieder der Verwaltung, Immobilienunternehmen, Vertreter der Sozialwirtschaft und vor allem für Selbständige aus dem gesamten Stadtgebiet ein interessanter Gesprächs- und Netzwerkpartner ist.

ABSCHLIESSEND NOCH ZWEI PERSÖNLICHE FRAGEN: WAS IST IHR MOTTO? UND WOMIT BESCHÄFTIGEN SIE SICH, WENN SIE NICHT ALS NETZWERKER TÄTIG SIND?

Spotan fällt mir kein richtiges Motto ein, eher die (angelesene) Erkenntnis, dass alle Leute, die mit etwas richtig Erfolg haben, seit mindestens 10 Jahren damit beschäftigt sind. Ich denke rückblickend, dass ich manchmal zu früh aufgehört habe und heute konsequenter an „meiner Sache“ zu bleiben, auch wenn ich von Zeit zu Zeit inne halten muss, was das wohl eigentlich ist.
Mein beruflicher Alltag hat manchmal ganz trivial mit EDV-Trainings zu tun, meine beruflichen Ziele drehen sich unter anderem um Aufbau und Management von europäischen und Projekten und für meine Seele habe ich in den letzten Jahren das Spinnrad und das Strickzeug wieder rausgekramt.


« zurück zur Übersicht

Archivsuche

Archivsuche


Archivsuche

Kurz vorgestellt


Kooperationsnetze auf Twitter Kooperationsnetze RSS Feed